Wie funktioniert der AFCON? Der Afrika-Cup erklärt
By KickoffHQ Editorial · 6. Juli 2026
Der Afrika-Cup der Nationen — AFCON — ist Afrikas Meisterschaft und eines der farbenprächtigsten, unberechenbarsten Turniere im Weltfußball. Es ist außerdem das große Turnier, dessen Kalender Fans am meisten verwirrt — deshalb widmen wir uns hier dem Format und der berühmten Terminfrage.
Eine kurze Geschichte
Der AFCON begann 1957 im Sudan mit nur drei Teams — Ägypten, Sudan und Äthiopien — und ist damit älter als die EM. Er ist mit dem Fußball des Kontinents gewachsen: Jahrelang 16 Teams, dann seit 2019 24 Teams, ausgewählt aus den mehr als 50 Mitgliedsverbänden der CAF. Anders als bei EM oder WM wird der AFCON alle zwei Jahre ausgetragen, weshalb seine Champions mehr Chancen bekommen — und seine Geschichte so reich ist.
Wie sich Teams qualifizieren
Die Qualifikation läuft in den Saisons vor jeder Endrunde:
- Teams, die es brauchen, spielen eine Vorrunde, danach wird das Feld in Vierergruppen ausgelost, Hin- und Rückspiel.
- Die besten zwei jeder Gruppe erreichen die Endrunde.
- Der Gastgeber qualifiziert sich automatisch (Gastgeber spielen in manchen Zyklen trotzdem Qualifikationsspiele, ihr Platz ist aber sicher).
Das Format der Endrunde
Die 24 Endrundenteilnehmer werden in sechs Vierergruppen gelost:
- Jeder spielt drei Gruppenspiele.
- Die besten zwei jeder Gruppe kommen weiter, dazu die vier besten Gruppendritten — dasselbe System wie bei der EM.
- Daraus ergibt sich ein Achtelfinale, gefolgt von Viertelfinale, Halbfinale, einem Spiel um Platz drei und dem Finale. Unentschiedene K.-o.-Spiele gehen in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen.
Die Route über die besten Gruppendritten sorgt regelmäßig für Überraschungen: Mehrere Teams, die als Dritte gerade so weiterkamen, haben danach tiefe Läufe hingelegt, und das Format hält fast jedes Team bis zum letzten Gruppenspieltag im Rennen.
Warum sich die Termine ständig ändern
Das ist die meistgestellte Frage zum AFCON. Traditionell wurde das Turnier im Januar angepfiffen, mitten in der europäischen Vereinssaison — was ein ewiges Tauziehen erzeugt, weil die meisten afrikanischen Stars bei europäischen Vereinen spielen, die sie mitten in der Saison abstellen müssen.
Die CAF versuchte 2019 (Ägypten) den Wechsel auf Juni–Juli, doch das Klima machte einen Strich durch die Rechnung: In weiten Teilen West- und Zentralafrikas ist der europäische Sommer die Regenzeit, und die Bedingungen in Ländern wie Kamerun und der Elfenbeinküste machen Fußball zur Jahresmitte unpraktikabel. Also rutschte das Turnier wieder zurück — Kameruns Ausgabe lief im Januar 2022 (auch wegen Corona verschoben), die "2023er"-Ausgabe der Elfenbeinküste wurde von Januar bis Februar 2024 gespielt, um dem Regen auszuweichen, und Marokkos Ausgabe 2025 lief von Dezember 2025 bis Januar 2026.
Kurz gesagt: Das Jahr auf dem Pokal und die Termine im Kalender stimmen nicht immer überein, weil die CAF jeden Zyklus zwischen Wetter, europäischem Vereinskalender und WM-Jahren jonglieren muss.
Die erfolgreichsten Nationen
- Ägypten — Rekordsieger mit 7 Titeln, darunter ein unerreichter Hattrick in Folge (2006, 2008, 2010).
- Kamerun — 5 Titel, über Generationen hinweg getragen von Legenden wie Roger Milla bis Samuel Eto'o.
- Ghana — 4 Titel, wobei die lange Wartezeit seit 1982 eine der großen Durststrecken des Turniers ist.
- Nigeria und die Elfenbeinküste — je drei Titel, wobei der Heimtriumph der Elfenbeinküste Anfang 2024 zu den dramatischsten überhaupt zählt: Sie waren fast schon in der Gruppenphase ausgeschieden, entließen mitten im Turnier ihren Trainer — und gewannen trotzdem.
Der AFCON ist auch für seine Überraschungen beliebt — Sambias emotionaler Titel 2012 und Außenseiter, die regelmäßig Favoriten stürzen, halten ihn herrlich unberechenbar.
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Häufige Fragen
Wie oft wird der AFCON ausgetragen?
Alle zwei Jahre, anders als der Vierjahreszyklus von WM und EM. Dieser zweijährige Rhythmus ist mit ein Grund, warum die Ehrentafel des afrikanischen Fußballs so tief ist.
Wie viele Teams spielen beim AFCON?
24 seit der Ausgabe 2019, aufgeteilt in sechs Vierergruppen. Die besten zwei jeder Gruppe plus die vier besten Gruppendritten erreichen das Achtelfinale.
Warum ändert der AFCON ständig seine Termine?
Weil kein Termin für alle passt. Januar kollidiert mit der europäischen Vereinssaison, aber Juni und Juli bringen die Regenzeit in weite Teile West- und Zentralafrikas. Die CAF passt jede Ausgabe an Wetter, Vereinskalender und WM-Jahre an — deshalb wurde das "2023er"-Turnier Anfang 2024 gespielt.
Welches Land hat die meisten AFCON-Titel gewonnen?
Ägypten mit sieben — darunter drei Titel in Folge 2006, 2008 und 2010. Dahinter folgt Kamerun mit fünf, dann Ghana mit vier.
Qualifizieren sich AFCON-Gastgeber automatisch?
Ja, dem Gastgeberland ist ein Platz in der Endrunde garantiert. Die übrigen Plätze werden über eine Gruppenqualifikation mit Hin- und Rückspielen in den vorangehenden Saisons vergeben.
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