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Transfers und Geld im Fußball

Wie Leihgeschäfte im Fußball funktionieren: Gebühren, Kaufoptionen und Rückholklauseln

By KickoffHQ Editorial · 7. Juli 2026

Wie Leihgeschäfte im Fußball funktionieren: Gebühren, Kaufoptionen und Rückholklauseln

Nicht jeder Transfer ist für immer. Ein großer Teil der Wechsel in jedem Transferfenster sind Leihgeschäfte — temporäre Transfers, bei denen die Spielberechtigung des Spielers wechselt, sein langfristiger Vertrag aber bestehen bleibt. So funktionieren Leihgeschäfte tatsächlich, von Gehältern bis zu Rückholklauseln.

Was eine Leihe ist

Bei einer Leihe behält der abgebende Klub den Spieler unter Vertrag, erlaubt ihm aber, für einen festgelegten Zeitraum — meist eine halbe oder eine ganze Saison — für einen anderen Klub zu spielen. Endet die Leihe, kehrt er zurück, sofern das Geschäft nicht in einen dauerhaften Transfer umgewandelt wird.

Warum Klubs das tun

Leihgeschäfte erfüllen für unterschiedliche Spieler unterschiedliche Zwecke:

  • Entwicklung — junge Spieler bekommen echte Einsatzzeiten im ersten Team, die sie zu Hause nicht bekommen würden. Harry Kane baute sein Spiel bei Leihen zu Leyton Orient, Millwall, Norwich und Leicester auf, bevor er zu Tottenhams Rekordtorschützen wurde.
  • Fitness und Form — ein Spieler, der von einer Verletzung zurückkommt oder in Ungnade gefallen ist, geht woanders hin, um sich zurückzuspielen.
  • Kader- und Gehaltsentlastung — die Gehälter eines unerwünschten Spielers zumindest vorübergehend aus den Büchern zu nehmen, schafft Platz im Kader und im Budget.
  • Ein Probelauf vor dem Kauf — der leihende Klub bekommt eine saisonlange Sichtungsmöglichkeit, bevor er sich zu einer Ablösesumme verpflichtet.

Wer was zahlt

Leihgeschäfte sind selten kostenlos. Üblicherweise beinhalten die Deals:

  • Eine Leihgebühr, die an den abgebenden Klub gezahlt wird — bei gefragten Spielern kann das im zweistelligen Millionenbereich liegen.
  • Eine Gehaltsteilung — die Klubs verhandeln, welchen Prozentsatz des Spielergehalts jede Seite übernimmt. Ein Klub, der einen Spieler unbedingt loswerden will, übernimmt mitunter den Großteil des Gehalts, nur damit der Wechsel zustande kommt.
  • Leistungsklauseln — Boni oder Abzüge, die an Einsätze gekoppelt sind.

Kaufoption gegen Kaufpflicht

Das wichtigste Kleingedruckte in jedem Leihgeschäft:

  • Eine Kaufoption gibt dem leihenden Klub das *Recht*, den Spieler zu einer vorher vereinbarten Ablösesumme fest zu verpflichten. Nutzt er sie nicht, geht der Spieler zurück.
  • Eine Kaufpflicht macht den dauerhaften Transfer *automatisch*, oft sobald eine Bedingung erfüllt ist — eine bestimmte Anzahl an Einsätzen, der Klassenerhalt des Klubs oder der Aufstieg. Klubs nutzen Kaufpflichten, um Zahlungen über mehrere Geschäftsjahre zu verteilen: Kylian Mbappés Wechsel von Monaco zu Paris Saint-Germain 2017 war als Leihe mit einer Kaufpflicht im Wert von rund 180 Millionen Euro im folgenden Sommer strukturiert.

Rückholklauseln und Einschränkungen

Abgebende Klubs bauen häufig eine Rückholklausel ein, die es ihnen erlaubt, eine saisonlange Leihe vorzeitig zu beenden — meist im Januar-Transferfenster —, falls Verletzungen auftreten oder der Spieler keine Einsatzzeit bekommt. Leihverträge enthalten zudem oft eine Klausel, die dem Spieler verbietet, gegen seinen abgebenden Klub anzutreten, damit ein Leihspieler nicht gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber trifft.

Leihspieler sind pokalgesperrt und werden wie jede andere Verpflichtung registriert, und ihr abgebender Klub hat kein Mitspracherecht bei der Mannschaftsaufstellung — es gelten ausschließlich die im Vertrag festgehaltenen Bedingungen.

Die Leih-Obergrenzen der FIFA

Um zu verhindern, dass große Klubs Dutzende Spieler horten und weiterverleihen, hat die FIFA schrittweise Obergrenzen für internationale Leihgeschäfte eingeführt: Seit der Saison 2024/25 darf ein Klub grenzüberschreitend maximal sechs Spieler aus- und sechs einleihen, davon höchstens drei zu oder von ein und demselben Klub. Spieler im Alter von 21 Jahren oder jünger sowie klubeigen ausgebildete Spieler sind davon ausgenommen, um echte Entwicklungsleihen zu schützen. Die nationalen Ligen legen ihre eigenen zusätzlichen Regeln fest.

Verfolgen Sie jede Leihe, jede Option und jede Kaufpflicht live in unserem Transfer-Bereich.

Häufige Fragen

Wer zahlt das Gehalt eines Leihspielers?

Das wird pro Geschäft verhandelt. Die Klubs einigen sich auf eine Aufteilung — von 100 Prozent durch den leihenden Klub bis zu einem abgebenden Klub, der den Großteil des Gehalts bezuschusst, um den Wechsel attraktiv zu machen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Kaufoption und einer Kaufpflicht?

Eine Option gibt dem leihenden Klub die Wahl, den Wechsel zu einer festgelegten Ablösesumme dauerhaft zu machen; eine Kaufpflicht macht den Kauf verbindlich, meist sobald vereinbarte Bedingungen wie eine Mindestanzahl an Einsätzen erfüllt sind.

Kann ein Klub einen Spieler vorzeitig aus einer Leihe zurückholen?

Nur wenn der Leihvertrag eine Rückholklausel enthält. Existiert eine solche, kann der abgebende Klub den Spieler in der Regel während eines Transferfensters zurückholen, meist im Januar.

Darf ein Leihspieler gegen seinen abgebenden Klub spielen?

Meist nicht — die meisten Leihverträge enthalten eine entsprechende Sperrklausel —, aber das ist eine vertragliche Entscheidung und keine universelle Regel; die Bestimmungen unterscheiden sich zwischen Ligen und Wettbewerben.

Wie viele Spieler darf ein Klub verleihen?

Nach FIFA-Regeln darf ein Klub seit 2024/25 höchstens sechs internationale Leihen gleichzeitig aus- und einleihen, mit Ausnahmen für Spieler im Alter von 21 Jahren oder jünger sowie klubeigen ausgebildete Spieler. Inlandsleihen unterliegen den eigenen Obergrenzen der jeweiligen Liga.

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